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Strömung Runter. Schnell das Plateau auf 18m unter Dir erreichen, einen höher
stehenden Fels oder Stein suchen und Dich daran in die Strömung hängen. "Ok,
klar...", denkst Du, und wagst trotzdem einen Blick ins tiefe Blau rechts von Dir
- hier am Rande des Atolls hast Du gute Chancen etwas Großes
zu sehen. Wie ein Fähnchen hängst Du auf dem Plateau in der Strömung. Entspannung. Links von Dir taucht auch schon die erste Einbuchtung in der Felswand auf.
Du siehst, wie Dein Buddy drinnen schwerelos schwebt und nicht mehr gegen
die Strömung ankämpft. Treppenartig, durch schmale Spalten, sind die Balkone miteinander verbunden.
Du gelangst vom ersten in den nächsten tiefer liegenden, ohne, dass Du die
schützende Einbuchtung verlassen musst. Bei 36m ist die letzte Höhle erreicht und Du willst gerade hinter Deinem
Buddy ins Blau hinaus, als Du siehst, wie er dort draußen anfängt zu
kämpfen. Eine scheinbar unsichtbare Hand zerrt an ihm. "Strömung ja, aber so
stark?" denkst Du, als Dein Buddy sich gerade wieder in die Höhle
hineingekämpft hat. Er gibt Dir Zeichen, den gleichen Weg zurück zu nehmen,
den ihr gekommen seid und erst bei der obersten Höhle zurück auf das Plateau
zum Sicherheitsstopp zu schwimmen. Du bist jetzt vorn. Es bleiben noch zwei oder drei Höhlen bis Du oben heraus
schwimmen kannst. Du schaust nach unten auf Dein Fini und denkst, dass Du
zwar weniger Luft hast, als sonst, aber Dir noch keine Gedanken machen
musst, als sich plötzlich die Decke der Höhle unter Dir befindet. Und jetzt
bist Du froh, dass in diesen Höhlen keine Korallen oder Fische leben, denn
wie ein paar Socken, werdet ihr beide von der Strömung herumgewirbelt. "Wie
in einer großen Waschmaschine", geht es Dir durch den Kopf.
Oben ist unten. Unten ist oben. Du fängst an zu Schnaufen, um bei der
Anstrengung auch nur ansatzweise die Kontrolle wiederzuerlangen. Irgendetwas hatte doch gepiept - klar,
Dein Computer. Ok, entspannen - durchatmen, locker werden. "Anspruchsvoll?"
denkst Du, "JA!" Beim letzten Stopp hängst Du 5m unter der nahezu glatten Wasseroberfläche, die nur durch die starke Strömung unten gekräuselt ist. Mit Deiner eigenen, noch spärlich vorhandenen Luft und dem immer noch breit grinsenden Buddy am Arm schaust Du Dich um: Rechts das Blau, unter Dir das Plateau. Fast bist Du traurig, dass Du morgen schon heim fliegst, aber zumindest weißt Du jetzt, wieso dieser Platz seinen Namen bekommen hat - Du fängst an zu grinsen und denkst: Bis bald, "LUCKY HELL". Oktober 2004 - Malediven, Eriyado |
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